Mein Kind wird betreut - ich Mutter ey

Schon früh (ich denke bereits in der Schwangerschaft) habe ich gesagt, dass ich nicht drei Jahre Zuhause bleiben möchte. Wäre auch mit dem Studium nicht gegangen, also wirklich nur ums Kind kümmern und nicht nebenbei noch zu Ende zu studieren, aber auch ohne das Studium hätten wir uns dazu entschieden, Love auch anderweitig betreuen zu lassen - und sei es nur ein paar Stunden die Woche. Gut, anders wäre Bachelorarbeitschreiben auch nicht möglich, also haben wir uns in Kassel bald auf die Suche gemacht gehabt. Und wurden ja in den Krippen nicht fündig. Worüber wir im Nachhinein sehr glücklich sind. 

Da wir sonst keinerlei Betreuungspersonen aus dem familiären Kreis vor Ort haben, die wirklich regelmäßig mal ein paar Stunden uns oder jedem für sich Freizeit ohne Kind verschaffen kann, sollten es dann doch genug Stunden am Stück sein, dass ich neben der Bachelorarbeit auch noch ein bisschen Haushalt und Entspannung betreiben kann. Einfach, weil ich es brauche. Weil es mir gut tut. Weil es jedem und jeder zustehen sollte im Leben. Egal ob mit Kind oder ohne. Aber mit ist es halt ein bisschen komplizierter.


Bedingt durch die Hochsensibilität bin ich wirklich sehr schnell am Limit, was Überreiztheit und Überforderung anbelangt. Die eineinhalb Jahre, die wir in kompletter Eigenregie den Lütten gewuppt haben, waren kräftezehrend. Natürlich auch wunderschön, aber eben arg vollgepackt mit Ereignissen und Geschehnissen, die im Rückblick nicht immer allererste Sahne waren und teilweise sicherlich hätten abgemildert werden können. Aber andererseits hätte ich es auch nicht anders gemacht; egal ob die diversen Umzüge, Schweden, das Studium.

Ich fühle mich nicht als schlechte Mutter, weil ich meinen Sohn mit 18 Monaten in eine liebevolle Betreuung gebe. 
Ich liebe ihn nicht weniger, weil ich ihn ein paar Stunden am Tag in gute Hände abgebe, wo ich weiß, dass er sich wohlfühlt und Spaß hat. 
Ich habe nicht versagt, weil ich offen und ehrlich zugeben kann, dass ich ihn alleine nicht gestemmt kriege - fünf Tage die Woche von morgens bis abends Selbstbetreuung sind mir einfach zu viel über einen so langen Zeitraum.

Und warum das alles? Weil es, gefühlt, zwei Lager gibt. Pro und Contra, entweder oder. Es scheint so, als wäre ein dazwischen nicht möglich. 
Warum schafft man sich denn ein Kind an wenn man es nicht betreuuen kann/ möche/ will blablabla. 
Ganz ehrlich, wer so etwas sagt, hat selbst kein(e) Kind(er) und versteht das Leben mit denselbigen nicht, hat schlichtweg keine Erfahrung.

Ich muss sagen, dass mir oder Jonas oder uns als Paar gegenüber noch nie negative Kommentare geäußert wurden bezüglich unserer Entscheidung. Aber ich weiß, Bloggossphäre und Filterbubble sei Dank, dass das leider nicht der Normalfall ist. 

Aber wieso nicht?

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