Laissez-faire ?!

Eine Bekannte aus dem Spielkreis fragte mich letztens etwas wegen Unerzogen. Bzw. was das denn wäre?  Und überhaupt, das wäre ja einfach nur total gut und richtig und würde sie ja auch so machen. Quasi. Also eigentlich so laissez-faire-mäßig. Wäre doch dasselbe, oder nicht?

Da stellten sich mir ein wenig die Haare auf. Ja, das meint man häufiger. Aber Unerzogen ist so viel mehr, so andersartig.

Als ich versuchte, das zu erklären, und darin bin ich leider nicht gut, ging es mit denselben Worten weiter. 

Was mich im Nachhinein sehr daran störte? Das sie mir gefühlt nicht zuhörte (bzw. las) und völlig davon überzeugt war, dass es ja alles so einfach und logisch ist und sie ihr Kind ja alles machen lässt. Eben so laissez-faire und das wäre ja genau dasselbe und ... Ich wiederhole mich.

Laissez-faire bedeutet soviel wie: „machen lassen, laufen lassen“ und hat für mich zu viel mit Rücksichtslosigkeit, Gedankenlosigkeit und Langeweile an sich zu tun. Und all das hat überhaupt gar nichts mit Unerzogen zu tun.


Letztens las ich, dass "Unerzogen" vielleicht ein nicht ganz so praktischer Begriff ist, da er eben nicht richtig vermitteln kann, worum es geht. Das stimmt. Total. Und deswegen ist er auch so schwer zu fassen. Weil er eben so viel mehr bedeutet.

Unerzogen ist eine Haltung. Eine Haltung sich selbst, seinen Mitmenschen und nicht zuletzt dem Kind gegenüber.  
In Beziehung gehen mit dem Kind ist der größte Baustein.
"Neins" und "Regeln" zu hinterfragen und nicht direkt einzuschreiten (außer natürlich es handelt sich um eine gefährliche Situation. Ich denke, das steht hier außer Frage).
Unerzogen bedeutet, seine Macht nicht zu missbrauchen. Sich nicht über Mitmenschen zu stellen.
Unerzogen hat sehr viel mit Respekt zu tun: sich selbst gegenüber, dem Kind und seinem Körper gegenüber.  
Und ganz wichtig: Selbstreflektion. Noch und nöcher. Gerade am Anfang. Und immer wieder aufs Neue.

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