Neuer Alltag - der halbe Tag ohne Kind

Geplant war es anders. Wie so häufig. Aber inzwischen sind wir ja Held*innen darin, Dinge anders zu handhaben, wenn wir bemerken, dass es, wie eigentlich vorgehabt, nicht funktioniert. 


Love sollte von 10-16 Uhr vier Tage die Woche bei E sein. Nun sind es immer noch vier Tage die Woche, aber meist nur von 9 bis 14 Uhr, also eine Stunde weniger als geplant. Unter anderem auch deshalb, weil er keinen Mittagsschlaf dort macht sondern lieber hier bei mir. Auch fein - ist für mich eine Ruhepause, die ich ebenfalls nutzen kann als genau das, oder ich kann lesen. Arbeiten dann nicht, aber dafür habe ich ja den Vormittag über Zeit genug. 
Wobei das "nicht schlafen" auch schon wieder zurückgezogen werden muss, denn am Mittwoch hat er dort geschlafen - einfach so, auf E's Arm. Beim Buch angucken. So kann es gehen. 

Die Gesamtsituation zum jetztigen Zeitpunkt finde ich nicht schlimm, denn mal sehen, was die Zeit bringt. Vielleicht schläft er irgendwann dort. Mal sehen. 
Nur die Trennungssituation macht uns zu schaffen. Es ist so hart, ein aufgebrachtes, trauriges, weinendes (ich gebe zu: schreiendes) Kind in die Hände einer anderen Pflegeperson zu geben. 
Tröstlich ist, dass es wirklich nur diese kurze Übergabephase ist, wo die Trennung vollzogen wird, und dass er dann dort nach wenigen Minuten spielt, isst, trinkt, einfach ganz normal ist. Dennoch ist der Moment einfach nur furchtbar.

Aber eigentlich wollte ich vom Alltag sprechen. Dem neuen Alltag. Jetzt, wo die vierte Woche mit Betreuung außer Haus vorbei ist, wage ich langsam davon zu sprechen. Denn gefühlt hat es sich schon eingespielt. Ein wenig. Ist ja auch nicht so, als würde die Zeit nicht im Prinzip sehr schnell vergehen. Fünf Stunden sind nicht viel, wenn man in denen Haushalt und Arbeiten packt. Besorgungen lasse ich außen vor, die mache ich immer noch mit Love zusammen, wenn es denn überhaupt welcher bedarf.

Bei vier freien halben Tagen versuche ich, an einem Tag nur zu putzen und aufzuräumen. Das ist einmal die Woche durchaus nötig. Und ich mache es tatsächlich gerne, weil ich es liebe eine saubere, ordentliche Wohnung habe. Auch wenn ich es zwischendurch lange geschafft habe, im absoluten Chaos zu leben, weiß und merke ich durchaus, dass das absolut nicht mein Ding ist. Ich brauche es so, damit ich arbeiten kann (und mir nicht die Hutschnur platzt, weil ich es so furchtbar finde). Das bedingt sich hier einerseits ganz praktisch, andererseits ist es natürlich auch ein kleines Hindernis, da ich immer erst aufräumen muss, damit ich arbeiten kann. Logisch, wa?!

Die restlichen Tage kann ich mir also frei einteilen. Ich brauche die Zeit auch durchaus für mich, denn ansonsten habe ich nichts davon. Also nicht viel, außer abends, wenn er dann irgendwann schläft - zurzeit ist das Zubettgehen hier ein wenig spät und auch teilweise katastrophal. Umbruchphase, ahoi! 
Ich versuche, vormittags, bis der Hunger kommt und ich kochen kann, was zu arbeiten - ich als potentielle Vogelfrau (ihr versteht, Eule- und Vogelmenschen) kann das morgens am Besten. Danach ist ein bisschen entspannen angesagt: lesen, kreativ sein, bloggen und derlei feinen Dinge, die seit eineinhalb Jahren sehr kurz kamen und die ich nun wieder aufleben lassen möchte (und muss).

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