Montag, 8. Mai 2017

Es ist nichts verkehrt an unseren Kindern

Hätte ich gedacht, dass ich Love mit eineinhalb Jahren noch stillen werde?
Hätte ich gedacht, dass ich ihn mit eineinhalb Jahren noch jeden Abend und jeden Nachmittag in den Schlaf begleiten werde?
Hätte ich gedacht, dass  mit nur einer Persönlicheit mehr der Abspracheanstieg mit dem Partner locker 200 % beträgt und unsere Spontaneität gleich Null ist?


Das Elternsein ist ganz anders, aber deswegen nicht schlechter als in den Vorstellungen, die mich begleitet haben in den letzten Jahren. Vor allem aber natürlich in der Schwangerschaft, als es langsam realer wurde.

Man hat keinen Einfluss auf das Verhalten des Kindes - soweit kalr.  Natürlich kann man sich vorher überlegen, ausmalen, Pläne schmieden, wie man gewisse Dinge handhaben möchte. 
Und über einige Fragen sollte man sich tatsächlich nähere Gedanken machen: Möchte ich grundsätzlich stillen, wie soll das Baby transportiert werden, wo und wie soll es schlafen ... ? Dass das nachher manchmal nur wenig bis gar nichts mit der Realität zu tun hat, finde ich überhaupt nicht von Belang, aber wichtig ist es, sich Möglichkeiten anzuschauen - dann, wenn man noch Zeit hat. Bevor das erste Baby geboren wird. Denn dann hat man häufig Zeit. Die ist nachher, das dürfte sich immer decken, nicht mehr so wirklich vorhanden.  

Das Ding ist: meine Güte, ist doch egal, wie wann und wo das Kind gestillt wird. Es ist egal, wie und wo es schläft (den meisten Eltern reicht die Tatsache, dass es das überhaupt tut). Es ist egal, ob es gerade besonders anhänglich an Mama oder Papa ist - hauptsache, das Kind ist glücklich, zufrieden und es geht ihm gut.

Wie lange braucht er mich und uns in dem Maße, wie er es aktuell tut? Wie schnell vergingen diese ersten eineinhalb Jahre, wie schnell werden die nächsten vergehen, dann geht er in den Kindergarten, ist ein richtiges Kindergartenkind und wird uns ein Knopf ans Ohr reden. 

Der Punkt: an unseren Kindern ist absolut nichts verkehrt - egal wie lange sie stillen, wo sie schlafen, was sie essen oder trinken oder eben auch nicht. Wir sind für sie verantwortlich, für ihr Wohlergehen, und wenn sie sich mit eineinhalb, vier, sechs oder dreizehn nun mal so benehmen wie sie es gerade tun, dann ist das eben so. 
Es ist nicht ihr Problem, und unseres sollte es auch nicht sein. Wenn es das ist, dann müssen wir etwas daran ändern (für uns selbst) und nicht an unseren Kindern herumdoktern, bis bei denen "alles wieder im Lot ist". 
Was soll das? Unsere Kinder sind nicht verkehrt, wir müssen sie nicht verbiegen (eigentlich müsste man hier von dürfen sprechen), sie sind einfach Kinder, Kleinkinder, Säuglinge. Und das sollen sie auch sein dürfen - solange sie möchten. Denn irgendwann sind sie es zwangsläufig nicht mehr. 

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