Mittwoch, 10. Mai 2017

Die Eingewöhnung

Wie lief sie eigentlich ab, die Eingewöhnung? Wie haben wir es gehandhabt, auf was haben wir geachtet, was war uns wichtig?

Um ehrlich zu sein habe ich mir zwischendurch sehr häufig gewünscht, etwas zur Eingewöhnung gelesen zu haben. Tja, hatte ich leider nicht. Verrückt eigentlich, wenn man bedenkt, wie viel ich schon zu diversen anderen Themen gelesen habe und wie gut ich sonst vorbereitet bin. Love ist zudem E's erstes Tageskind, es war somit auch ihre erste Eingewöhnung, und ich glaube, wir hatten da beide nicht so richtig die Ahnung, wie es genau ablaufen sollte. Ich hatte eine Vorstellung, E vermutlich auch. Inwiefern das jetzt passt oder auch nicht - gute Frage.

Sehr schön zu sehen ist in jedem Fall, dass er sich offensichtlich wohlfühlt bei E und ihren Kindern, dass er gerne da ist, wenn er morgens "angekommen" ist, dass er dort stundenlang spielt und sich beschäftigt und auch gut isst und überhaupt eine Menge Spaß zu haben scheint. Was mich noch sehr bekümmert, dazu komme ich gleich.

Die erste Woche waren wir täglich zwischen ein und zwei Stunden dort, waren drinnen und draußen und überall dort, wo sich E mit den Kindern nunmal aufhalten wird. Das Grundstück ist nicht gerade klein und ich war immer die erste Ansprechpartnerin für den Lütten und immer im selben Raum mit ihm. Gegen Ende der Woche saß ich dann zeitweise im Wohnzimmer, aber da er selbst bei uns Zuhause sich niemals in einem anderen Raum aufhält als ich, waren das immer nur kurze Zeitabstände, die er ohne mich im Kinderzimmer war.

In der zweiten Woche bin ich, nachdem wir es nach dem Wochenende erstmal noch so wie in der ersten Woche gehalten haben, am nächsten Tag für eine halbe Stunde weg gewesen. Inzwischen sind wir immer bis zum Mittagessen geblieben, heißt drei oder dreieinhalb Stunden am Stück. 
Am nächsten Tag eine Stunde und daraufhin zwei. Damit war die Woche dann auch schon wieder um. Und es klappte jedes Mal sehr gut. Natürlich war er immer perplex, wenn ich gegangen bin, aber er hat sich gut wieder ins Spiel integrieren lassen. Wir waren sehr froh, dass es bis dahin so gut klappte.

Am besagten Montag aber, der erste Tag der dritten Woche, da lief es überhaupt nicht. Er hat wahrscheinlich meine Verabschiedung gar nicht richtig mitbekommen und war nach einer Stunde völlig aufgelöst und ich bin hingefahren, ihn abzuholen bzw. sind wir noch bis nach dem Mittagessen geblieben und dann nach Hause. Ja, und seitdem ist es ein bisschen schwieriger morgens. Heute war es besonders schlimm, aber er beruhigt sich sehr schnell wieder. Dennoch geht es tief ins Herz und es ist alles andere als schön, ihn so aufgelöst zurückzulassen. Ja, das lässt mich noch knabbern. 

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