Herausforderungen einer hochsensiblen Mama

Auch wenn ich erst seit kurzem einen Namen für meinen besonderen Wesenszug habe: vorhanden war er schon immer und auch in seiner vollen Ausprägung - obwohl ich inzwischen gelernt habe, dass es mit den Jahren immer "schlimmer" wird und man, gerade als Teenager, weniger damit zu tun hat. Es gibt da so eine feine Kurve zu ... Kann man sich ungefähr vorstellen, denke ich. Sie führt mit steigendem Alter immer weiter nach oben.


Bei mir liegt es allerdings nicht am Alter sondern, ganz klar und deutlich, am Muttersein. Ist ja auch logisch: als sehr selbstständig entscheidender Mensch, als unabhängiger noch dazu, mit eigener Wohnung und dem besten Partner von Welt - da ist man sehr viel freier in seinem Tun, als als Mutter. Ich habe mir Pausen genommen, wenn ich sie brauchte, habe mich zurückgezogen, wenn ich es benötigte, war allein, wenn mir danach war. Ich zupfe ganz schön an diesem Einsam-Sein herum, was? 

Tja, das ist wohl auch der große Punkt: allein sein, einsam sein, sich zurückziehen ist jetzt nicht mehr drin. Zumindest nicht "einfach so". Ich kann eine Pause machen, wenn Love eine Pause macht. Tagsüber zumindest, wenn ich mit ihm alleine bin. Den Takt gibt er vor, er gibt alles vor. Und ich habe mich danach zu richten.
Ja, natürlich, klingt brutal, aber ich es ist tatsächlich so: es macht alles einfacher! Einerseits.
 

Andererseits - nun ja, ist es auf Dauer hart, sich immer nach jemand anderem zu richten. Niemals dann eine Auszeit, eine Pause machen zu können, wenn man es wirklich braucht. In dem Moment, der einem gerade vorschwebt. Nur selten fallen Mittagsschlaf und benötigte Auszeit zusammen.

Trotzdem bin ich gerne Mama. Ich liebe es, Mutter zu sein. Es ist definitiv etwas, was ich niemals missen möchte. Ich liebe es, eine Frau zu sein, denn es gibt nichts Schöneres, als Erlebnisse wie Schwangerschaft, Geburt und Mutterwerden erfahren zu dürfen. 


Aber die Hochsensibilität macht es nicht immer einfach. Es gibt Tage, da gehe ich schon am frühen Nachmittag auf dem Zahnfleisch. Oder späten Vormittag. Auf jeden Fall vor dem Mittagsschlaf. Oder kurz danach. Oder bereits um fünfzehn Uhr; mit dem Wissen, dass ich noch zwei bis drei Stunden durchhalten muss. Natürlich gibt es solche Tage, und dass geht beileibe nicht nur mir so, sondern garantiert ganz vielen anderen (nicht nur hochsensiblen) Müttern und Vätern. 

Aber nicht nur die einsamen Stunden fehlen mir manchmal, sondern es gibt auch Dinge, die mir schnell auf den Senkel gehen (können): Rumgehampel auf, an, neben oder einfach bei mir. Ich reagiere schnell empfindlich auf anhaltendes "Gejammere", dem ich nicht auf den Grund gehen kann. An manchen Tagen bringt mich ein gewisses Nähebedürfnis viel extremer an den Rand des Wahnsinns als an anderen. Weil eben jeder Tag anders ist. Für mich, für Love, für uns alle.


Macht es das Wissen, einen Namen dafür zu haben, einfacher? Ja, in jedem Fall. Für mich macht es einen Unterschied. Es ist anders als vor einem halben Jahr. Es ist anders, weil ich es bennenen kann, weil ich weiß, woran ich bin, weil ich jetzt lerne, damit umzugehen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unser Wochenende in Bildern - 8./ 9.10.2016

Unser Wochenende in Bildern - 3./ 4. Juni 2017

Unser Wochenende in Bildern - 04./ 05.02.2017