Aufgeschnappt!

 
Heute auf dem Weg vom Kindergarten, wo wir E's Tochter M abholten, trafen wir auf eine andere Mutter, die ebenfalls ihre Tochter abholte und ihre größere auch noch mit im Schlepptau hatte - die zwei Mädels verstehen sich wohl sehr gut und wollen sich jetzt mal bei einer Zuhause treffen. Aber das tut gar nichts zur Sache, denn es war eher der kurze Dialog, der mich alt-nachdenklich stimmte.

E: Und du arbeitest? (sinngemäß)
Fremde Mutter: Nein, ich arbeite nicht, ich bin Zuhause.
E: Aaah, ich dachte nur, weil die Oma deine Tochter ja häufiger abholt.
Fremde Mutter: Ich habe auch so manchmal Termine.

Völlig defensiv sagte sie schon ihren letzten Satz, aber auch ihr erster war schon aus einer Grundhaltung heraus gesagt, der besagte "Ja, ich bin ein Heimchen am Herd, nein, ich arbeite nicht sonstwie woanders (DRAUßEN) ..." 

Es ist so grottig, so schade, so furchtbar engstirnig und absolut ätzend: dieses System in Deutschland, Elterngeld hin oder her, Mutterschutz und allem Pipapo, schön und gut - ABER, es kann nicht sein, dass sich Frauen oder Männer dafür entschuldigen müssen (und es wirklich müssen, weil sie sonst nämlich blöd angesehen werden oder eben schlimmeres), dass sie - obwohl die Kinder gut betreut sind - nicht arbeiten sondern Zuhause sind.
Warum dürfen sie das denn bitteschön nicht selbst entscheiden?

Die Mutter tat mir so Leid, ich dachte nur so: Kacke, derlei Gespräch kommt mir bekannt vor, nur mit gänzlich anderem Inhalt. Egal, es ist dieselbe Haltung, die ich entwickelt habe, und das soll schon was heißen.

Es ist einfach nicht fair, warum man direkt in die Verteidigungshaltung sich begeben muss - wieso denn nur? Ja mensch, dann gehen er oder sie nicht arbeiten, aber wer sagt denn, dass sie nicht arbeiten? Jedem das Seine, jeder das Ihre und überhaupt wer glaubt eigentlich, er könnte sich es da erlauben einzumischen? 

Diese Mentalität geht mir mächtig auf den Zeiger, weil sie natürlich einfach immer da ist. Weil man nunmal v.a. mit Müttern zu tun hat.

"Laufe nur mal einen Tag lang in meinen Schuhen, am Abend sprechen wir uns dann nochmal." Oder so ähnlich zumindest.

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