Samstag, 11. Februar 2017

Hochsensibel: Wie es mir damit geht

Es ist schon seltsam: man ahnt etwas, bekommt die Bestätigung aus verschiedensten Quellen und - wumms - ist alles irgendwie anders. Ein bisschen so wie eine Schwangerschaft, stelle ich gerade fest. Und irgendwie fiel das ja auch ein wenig zusammen.


Ich bin noch in der "Damit-klarkommen-Phase". Also irgendwie realisiert habe ich es, ich habe angefangen, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, aber so richtig angekommen in der "Diagnose" bin ich nicht. Ich will die Hochsensibilität nicht pathologisieren, denn sie ist keine Krankheit, sie ist schlichtweg eine ganz besondere Art und Weise, zu sein, und das versuche ich jetzt zu integrieren: im Denken, im Leben, im Hier und Jetzt. Denn das hätte ich eigentlich schon vor Jahren, um ehrlich zu sein Jahrzehnten, machen müssen.

 
Einige Hochsensible erzählen davon, dass sie schon immer gefühlt haben, dass sie anders sind. Um ehrlich zu sein: ich nicht. Nein, jetzt im Nachhinein - gut, aber damals?! 
Ich habe immer gedacht: "Die sind alle so wie ich. Die fühlen das doch genau so, warum tun sie mir das an?!" Als Kind dachte ich, wenn ich von mir bekannten Menschen geträumt hatte, dass die doch genau dasselbe geträumt haben müssen, nur halt aus ihrer Perspektive. Logisch, oder?


Es ist ein Weg, den ich jetzt gehen muss: den ich, wie gesagt, schon längst hätte gehen sollen. Jetzt, als Mutter, stoße ich an meine Grenzen; viel mehr als zuvor. Es ist so ein bisschen eine Rettung - das Wissen darum. 
Denn es ist etwas ganz anderes, sich immer zu fragen "Warum bin ich so, warum fühle ich so, warum geht mir dieses oder jenes so schnell auf die Nerven, warum bin ich verdammt noch mal so empfindlich?!" und sich dann endlich mal so anzunehmen, wie man ist, denn - ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. 
Es geht jetzt irgendwie leichter und besser, ich habe eine Erklärung, die ich unbewusst schon immer gesucht habe, zumindest ab dem Punkt, wo ich doch merkte, dass ich sensibler bin. 

So, Punkt hier, Mensch, ich komme nicht so richtig weiter. Aber vielleicht kann man es irgendwie nachvollziehen.

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