Mittwoch, 30. November 2016

Das hätte ich nicht gedacht ...

So ein paar Monate im Ausland, gerade in ein Land, welches man von der Theorie her zu kennen meint, und dann auf die ungeschönte Realität zu treffen - ja, das sind himmelweite Unterschiede, die man dann feststellen kann. Wo Urlaub zu machen, ist eben nicht dasselbe wie dort zu leben, zu wohnen, zu arbeiten, zu studieren oder was auch immer zu tun.


Hier möchte ich ein paar "Das hätte ich nicht gedacht ..."-Dinge sammeln, die mir aufgefallen sind, die ich so nicht für möglich gehalten hätte. Ich hoffe, was ich damit meine, kann man an den Beispielen sehen ;)

Die Dunkelheit

Ja, sicher, jede*r kennt und weiß ob dieser Floskel, diesem Klischee: "Da oben im Norden ist es im Winter immer dunkel". Ich habe das gerne heruntergespielt, aber tatsächlich haben wir hier inzwischen über eine Stunde weniger Licht am Tag als unsere Familien am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Die Sonne geht gegen 15 Uhr schon wieder Richtung Bett und überhaupt habe ich das Gefühl, sie kommt gar nicht richtig da raus. Wenn der Lütte aufsteht, haben wir es noch locker zwei Stunden dunkel. Und auch noch mindestens drei Stunden, bevor er ins Bett geht. Das hätte ich so nicht für möglich gehalten.

Die Familienfreundlichkeit

Es hat den Anschein, als wäre Schweden tatsächlich ein familienfreundliches Land: immer und überall gibt es Wickeltische, in jedem noch so kleinen Café etwa, es gibt Kinderspielecken und Kisten mit Spielsachen, egal wo man sich aufhält. Und tatsächlich ist es wirklich so, dass es viele Väter gibt, die ihre Elternzeit nehmen. Wirklich viele!
Die einzige, die hierbei nicht gut anschneidet, ist die Uni. Die Dozent*innen kommen einem zwar entgegen, aber die Uni selbst bietet nichts an, was einem das Dasein des Lütten einfacher machen würde (Wickeltische, Aufenthaltsräume, Spielräume etc.). Da haben wir in Berlin erheblich bessere Bedingungen. 

Das Wetter

Wir haben einfach Glück, anders kann man es nicht sagen: es war ein herrlicher Spätsommer, den wir hier erleben durften, ein kurzer, aber intensiver goldener Herbst und dann auch schon Schnee Anfang November. Richtigen Schnee! Und jetzt haben wir den dollsten Sonne-blauen-Himmel-Winter den man sich vorstellen kann. 
Ich fürchte zwar, dass der Schneegott uns nicht mehr beehren wird, aber ich bin echt guter Dinge, was jetzt noch die letzen Wochen anbelangt. Natürlich hatten wir auch mal zwei Wochen grau-in-grau und Regen, aber alles in allem haben wir einfach nur Glück gehabt. 


Die Sprache

Aufgrund mehrerer Bedingungen war und ist es für mich nicht so leicht, richtig in die Sprache zu kommen oder sie zu verwenden. Das Unisystem, die Art zu Leben und zu Wohnen und noch einige andere Gegebenheiten erschweren das doch ziemlich. 
Obwohl ich einige gute Anläufe gemacht habe, die offene Vorschule z.B., ist es doch anstrengend und zermürbend, sich um Familie und Uni zu kümmern, dass am Ende des Tages nicht mehr viel Elan bleibt, um noch großartig was auf oder für Schwedisch zu machen. 
Zu lesen oder Filme zu gucken etwa. Also ja, Filme gucken schon eher, ich habe alle 7 Gilmore Girls Staffeln plus die letzten vier Folgen mit schwedischem Untertitel gesehen, und auch sonst ist Netflix eine sehr gute Anlaufstelle, um alles in und auf Schwedisch zu sehen - nur so ein Tipp! Aber mir fehlt dann doch absolut die Energie, mich nach Angeboten für Schwedischlernen etc. umzutun.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen