Warum wir beide Elternzeit haben - und beide nicht

Es ist schon seltsam, dieses System, diese "Elternzeitregelung", dieses Brimborium mit dem Elterngeld und so weiter. Vor allem als studierende Eltern. Vor allem, wenn man eh nicht mehr Anrecht hat als auf das Minimum von 300 Euro. Aber dieses blöde Elterngeld und seine Bewilligung (was eine Tortour war - alles andere an Behördenkram zuvor dagegen ist Pipifax) soll gar nicht das Thema sein - sondern die "freie Zeit", um die es dabei eigentlich geht. Um die Zeit, die man dann gewinnt: mit Kind, fürs Kind, für die Familie, für den Haushalt. Man wird dafür bezahlt, dass man Zuhause bleibt, sich um den Säugling, das Kind, das Kleinkind kümmert. So weit, so gut! Deutschland hat sich da von Skandinavien sehr schön inspirieren lassen. Ich finde den Grundgedanken wirklich sehr gut - aber für Studenten ist er nicht richtig komfortabel; in unserem Fall.


Da Jonas seine Dokorandenstelle nicht von Anfang an hatte, die war ja nicht mal in Planung, hatten wir die Monate sehr gleichberechtigt aufgeteilt. War eh egal, mit Studentenstatus bekommen beide dasselbe Geld und beide sind Zuhause - sind Studenten ja immer, oder?
Der Punkt ist: wir hatten und haben beide keine Elternzeit - offiziell ja, aber in der Realität nicht! 

Natürlich hätten wir es anders handhaben können, natürlich hätte ich aussetzen können (aber dafür ein komplettes Studienjahr "verloren" und ich hätte das Jahr hinten dranhängen müssen) und Jonas hatte zum Glück "nur noch" seine Masterarbeit und seine HiWi-Stelle, die aber zeitlich sehr flexibel war - ein Halleluja. Aber dann kam diese wunderbare, nicht ganz wie gerufene aber doch sehr passende Doktorandenstelle - also im Prinzip könnte man schon sagen, dass unser Plan vorher ein anderer war und der hätte auch alles ein wenig entzerrt; aber gut, man muss auch an die Zeit NACH der Elternzeit denken und da kam diese Stelle uns sehr zupass.

Kurz gesagt: wir haben von Anbeginn der Elternschaft, wenn auch eine nicht ganz so schwere, aber doch trotzdem eine Doppelbelastung - die mal mehr, mal weniger schlaucht. Natürlich sind wir viel zusammen Zuhause (Uni findet eben auch in den eigenen vier Wänden statt und nicht immer von 8-17 Uhr; durchaus aber auch ein Nachteil), Love wird also doppelbetreut noch und nöcher; das macht es aber nicht immer leichter.  
Als Studierende in Elternzeit, der eben auch ECTS sammeln möchte, zur Uni geht, an Seminaren etc. teilnimmt, Hausarbeiten schreibt - also wirklich richtig Uni macht, da ist mit Freizeit teilweise nicht viel zu machen. In "Hochzeiten" bekommt derjenige, der arbeiten muss, seine dringend benötigte "freie Zeit" zum Arbeiten. Und dann ist nicht mehr viel mit eigener Zeit für sich oder als Paar oder wie auch immer.

Beim nächsten Kind, da sind wir uns einig, werden wir BEIDE GLEICHZEITIG in Elternzeit gehen und dann auch wirklich ELTERNZEIT haben! Hach ja, die Vorfreude darauf ist immens ;)

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