Von dem Privileg, mein Kind ins Bett zu bringen



Vor einiger Zeit hatte ich schon über unser Einschlafritual geschrieben, wie wir (also Love und ich) ins Bett gehen, wie unser Ablauf ist.
Heute möchte ich eher davon erzählen, was ich darüber empfinde, mein Kind ins Bett bringen zu dürfen. Denn wer weiß, wie lange ich das werde tun können. Denn Love wird größer, älter, erwachsener und bald schon (natürlich nicht morgen, aber die Zeit kommt schneller, als man denkt) wird er mich zum Einschlafen nicht mehr brauchen.

 
Für viele mag es seltsam klingen: wie, du gehst mit ihm ins Bett? (bei der Eltern-Kind-Gruppe etwa war die Leiterin ein wenig verwirrt), du bleibst dann bei ihm bis er schläft?, stehst danach nicht mehr auf? ... Du machst das freiwillig, dich da so einzuschränken, abends nicht mehr etwas anderes machen zu können außer Dinge, die man im Halbdunkeln noch so eben erledigen kann?

 
Ich empfinde es als Geschenk, als ein Privileg, als etwas ganz Besonderes, Love ins Bett bringen zu dürfen. Es nervt mich nicht, es stört mich nicht, es belastet mich nicht. Es ist für mich eine Art des Tagesabschluss, um selbst runterzukommen, um abzuschalten, um zu sagen "Tag, es war schön mit dir, aber jetzt ist Ruhe im Karton". Und obwohl Love inzwischen nicht mehr unbedingt beim Stillen oder kurz danach einschläft und sich lieber noch ein Weilchen herumrödelt, ist es einfach zu schön, ihm dabei zuzusehen.


Es ist ein Abschluss, das ist auch für Love sehr wichtig, zu wissen, jetzt kann ich abschalten und zur Ruhe kommen. Jetzt ist alles gut! 
Gerade erst letztens war er im Laufe des Abends nochmal wach geworden, hatte offensichtlich einen Albtraum gehabt, sodass ich ihn wecken musste, weil er nicht anders zu beruhigen war, und dann schlief er fest in meinen Armen gekuschelt wieder ein, nachdem er sich mehrmals versichert hatte, dass ich wirklich da war, um auf ihn aufzupassen. Dieses Vertrauen, diese bedingungslose Liebe - darauf soll er bauen können und dürfen und sich auch drauf verlassen, dass ich da bin.

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