Habe ich mir das Mamasein so vorgestellt?

Das fragte mich letztens jemand. Ich habe vergessen, wer von meinen L's das war. Aber ist auch nicht so wichtig, denn der Knackpunkt ist die Frage (die ich gerne auch an andere Mamas weitergebe, die das hier lesen und sich dazu äußern möchten).
Habe ich mir das Muttersein so vorgestellt? 
Ich denke, ein halbes Jahr ist genug (und auch schon viel weniger Zeit) um sich darüber klar zu werden, ob man es sich so vorgestellt hat. Sich darüber im Klaren zu sein, wie anders, wie viel schöner, besser, toller, spannender, anstrengender, grandioser es ist. Und wie komplett anders man sich alles gedacht hat, wenn man sich denn etwas gedacht hat. Vorher. 


Bei mir lief es irgendwie nie auf eine konkrete Vorstellung hinaus. Ich sah Frauen, Väter, Familien hier im Kiez mit ihren Kindern und dachte mir dabei: "So kann es sein, so könnte es sein, in so und soviel Jahren, wie ist es denn dann wohl so bei uns?"
Ich habe Situationen erlebt, gesehen, beobachtet und mir nur kurz vorgestellt, wie wir so sein würden. Wie ich sein würde. 
Muttersein war so abstrakt, so völlig unvorstellbar für mich, dass ich mir es einfach nicht vorstellen konnte. Szenen, Probleme, Realitäten ausmalen, was ich in der oder der Situation machen würde, das schon, aber auch nur sehr begrenzt. Es ist einfach eine Sache, auf die man sich nicht vorbereiten kann, oder eben nur sehr begrenzt. Egal wieviele Bücher man liest (oder eben auch genau deswegen), es kommt garantiert alles anders.
Definitiv hätte ich allerdings nicht gedacht, dass es manchmal ganz schön schwierig ist, herauszufinden, warum er schreit. Was gerade nicht so gut ist, dass es Grund zum Ärgernis gibt. Und damit meine ich nicht "Schlechte-Laune-Tage", die Kinder und Babys ebenso haben dürfen und brauchen wie große Menschen.


Dass es soviel Zeit kostet, bestimmte Dinge zu tun, auch durchaus immer und immer wieder dieselben, und dass man wirklich, nicht ohne große oder kleine Absprache, freie Zeit für sich hat (wenn man die halbe Stunde Mittagsschlaf nicht mitzählt). Dass es wirklich einfach viel, viel Zeit frisst, so ein Kind. Diese Vorstellung hatte ich vorher einfach nicht. Zeit, die manchmal auch langweilig ist und schlichtweg nicht vergeht.
Unterm Strich ist fast nichts so, wie ich es mir gedacht habe, und alles ist so viel besser, als ich mir jemals hätte vorstellen können.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Unser Wochenende in Bildern - 8./ 9.10.2016

Unser Wochenende in Bildern - 3./ 4. Juni 2017

Unser Wochenende in Bildern - 04./ 05.02.2017